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Jahresinterview des Bürgermeisters

  • 6. Januar 2011
  • Jörg Stock, Lokalredakteur Sächsische Zeitung
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Bürgermeister Silvio Ziesemer

Noch nichts zu sehen ist vom neuen Kindergarten im Harthaer Ortszentrum. Tharandt hofft, dass der Bau dieses Jahr starten kann

Herr Ziesemer, wie hat Tharandt den Rekordwinter bisher verkraftet?

Meiner Wahrnehmung nach kann man zufrieden sein. Der Bauhof hat die Lage auch unter den widrigen Verhältnissen im Griff gehabt. Ich selbst war vier Stunden mit unterwegs, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Die Straßen waren alle befahrbar bis auf die Verbindungsstraße zwischen Pohrsdorf und Grumbach und zwischen Tharandt und Großopitz. Dafür muss man den Männern Anerkennung zollen.

Welche Investitionen hat Tharandt 2010 geschafft?

Die energetische Sanierung an der Grundschule in Kurort Hartha für 330000 Euro aus dem Konjunkturpaket wurde abgeschlossen. Damit haben wir etwas für die Senkung der Unterhaltungskosten und für den Brandschutz getan. Der desolate Opitzer Weg wurde für knapp 150000 Euro instand gesetzt, auch die Sanierung des Abwassernetzes am Harthaer Tankholzplatz einschließlich der Fahrbahnen wurde abgeschlossen. Für die Sicherung der Burg wurden fast 70000Euro außerplanmäßig verbaut. So gut wie fertig ist auch der neue Parkplatz mit Brücke an der Tharandter Grundschule. An der alten Turnhalle in Hartha wurden gemeinsam mit den Sportlern neue Fenster und Rettungswege geschaffen. Die Feuerwehr Pohrsdorf bekam ein neues Löschfahrzeug.

Im Dezember erhielten Hartha sowie Pohrsdorf und Fördergersdorf die staatliche Anerkennung als Erholungsort. Was bringt dieser Titel?

Die Verteidigung des Prädikats bringt uns einen Standortvorteil. Beherbergungsbetriebe und andere Gewerbetreibende können damit werben. Außerdem ist abzusehen, dass staatlich anerkannte Erholungsorte bessere Chancen auf Fördergelder haben werden. Beim Stichwort Prädikate will ich auch die Anerkennung des Harthaer Kindergartens als Kneipp-Kindergarten hervorheben. Das ist ein sehr schöner Erfolg nach den jahrelangen Bemühungen der Erzieherinnen und des Kneipp-Vereins.

Tharandt hat sich immens angestrengt, den neuen Kindergarten im Harthaer Ortszentrum zu finanzieren, dafür sogar die Überführung der Kitas in freie Trägerschaft angebahnt. Beide Ziele sind noch nicht erreicht. Ärgert Sie das?

Das ist unsere Lebensrealität. Das Projekt war durchfinanziert. Wenn dann Fördermittel gekürzt werden oder ganz ausfallen, muss man sich dem stellen. Unser Partner Kinderland 2000 steht jedenfalls Gewehr bei Fuß, was die Übernahme der Kitas betrifft. Was den Neubau anbelangt, erwarten wir, dass das Projekt durch die angekündigte Überarbeitung der ILE-Förderrichtlinie ab Mitte dieses Jahres förderfähig wird und wir loslegen können. Die Planungen werden inzwischen voran getrieben. Im Frühjahr soll die Baugenehmigung vorliegen.

Wie bewerten Sie den Rummel um den Solarenergiepark Kurort Hartha? Um ein Haar hätte Tharandt viel Geld verloren. Hätte die Stadt früher erkennen müssen, dass ihr das Solarparkprojekt schaden kann?

Im Nachhinein stellt es sich immer so dar, als ob man das eine oder andere hätte früher erkennen können. Fakt ist, dass der Solarenergiepark alle Bedingungen des Bebauungsplans erfüllte. Deshalb sah sich der Stadtrat nicht in der Lage, etwas dagegen einzuwenden. Erst später wurde klar, dass nicht das Solarparkprojekt, sondern die dadurch drohenden Fördergeldrückzahlungen Tharandts Problem sind. Die Stadt hatte aber keine Möglichkeit zu intervenieren. Sie war nicht Herrin der Flächen. Deshalb gab es nur einen Weg: das Gelände selbst zu erwerben um nachzuholen, was einst versäumt wurde, nämlich die Nutzungsbedingungen für das Gelände in den Kaufverträgen festzuschreiben.

Was werden Sie nun mit dem Land machen? Wird der alte Zeisigweg erhalten bleiben?

Wir wollen das Gelände an Gewerbetreibende veräußern, die die Fördergrundsätze für das Gewerbegebiet einhalten. Ob es eine Änderung des Bebauungsplans geben wird, etwa um den alten Zeisigweg mit den Obstbäumen zu erhalten, werden wir prüfen.

In diesem Jahr feiern die Forstwissenschaftler das 200-jährige Bestehen ihres Studienorts in Tharandt. Was bringt das Jubiläum Ihrer Stadt?

Es wird eine große Aufmerksamkeit für Tharandt mit sich bringen. Auf den Nimbus Tharandts als international anerkannter Studienort können die Einwohner stolz sein. Wiederum sind alle, die hier studieren, Botschafter der Stadt, die den Ruf Tharandts in die Welt tragen. Die Veranstaltungen zum Jubiläum werden sicher helfen, die enge Verzahnung zwischen dem Leben in der Stadt und der Fachrichtung Forstwissenschaften zu erhalten.

Gespräch: Jörg Stock

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